Edamer in Hamburg, Hamburger in Edam

oder: schmackhafte Erdkunde

Amerikaner, Bordeaux, Mainzer, Edamer, Emmentaler, Florentiner, Gruyère, Selters, Frankfurter, Tilsiter, Hamburger, Scotch, Harzer, Berliner, Camembert, Kölsch, Lyoner, Pilsner, Mosel, Gerolsteiner, Madeira, Berliner, Pfälzer und Gouda

machen uns ohne weitere Erklärung den Mund wässrig, mit genauerer Benennung auch

GemüseLeipziger Allerlei, Königsberger Klopse, Peking-Ente, Kieler Sprotten, Serbische Bohnensuppe, Spaghetti Bolognese, Berliner Weiße, Elsässer Flammkuchen, Türkischer Honig, Frankenwein, Pizza Napoli, Schweizer Käse, Parma-Schinken, Salzburger Nockerln, Sauce Hollandaise, Russisch Brot, China-Kohl und Wiener Schnitzel.

Das Studium der Speisekarten und Kochbücher ist im deutschen Sprachraum eine Art “zweiter Bildungsweg” in Erdkunde.

WürstchenMancherlei ursprünglich fremdländische Speisen- und Getränkenamen mit geographischen Herkunftsangaben sind heute vertraute Bezeichnungen auf den Schildern im Laden und auf den Karten unserer Restaurants. Sie bedürfen keiner Übersetzung oder Erklärung. Wer Linzer Torte oder Thüringer Bratwurst verlangt, weiß, was er will, denkt nicht darüber nach, ob das gewünschte Produkt tatsächlich von so weit her, ob der Hamburger wirklich aus der Hansestadt kommt, der hochprozentige Bourbon aus dem Keller eines französischen Schlosses.

Bitte ergänzen Sie die Liste des HDS, nennen Sie uns Ihre Lieblingsspeisen und -getränke mit geographischer Herkunftsbezeichnung, auch wenn diese zweifelhaft ist, Sie aber ziemlich sicher sind, dass man sie überall im deutschen Sprachraum kennt: d-a-ch[at]hausderdeutschensprache.eu.

KäseFrau Evelyn R. in München steuert Regensburger, Cuba libre, Donauwelle und Thüringer Klöße, Böhmische Knödel, Ungarische Salami, Rheinischer Sauerbraten bei.

Axel S. in Berlin trinkt zur Krakauer gern Champagner, zu Ungarischem Gulasch oder Prager Schinken aber lieber Düssel Alt.

KölschMonika K., jetzt irgendwo im deutschen Norden, erinnert sich: In ihrer dreiländereckigen Heimat Aachen (D, B, Lux) unterschied man einst nicht groß zwischen Edamer, Ledamer, Gouda. Was da und damals vom großen Käse-Rad geschnitten, gewogen, bezahlt und genossen wurde, waren einfach “Vier Scheiben Holländer, bitte!“. Damals verlangte man auch noch nicht nach Gruyère/Greyerzer oder ähnlich mühsam Aussprechbarem, sondern einfach nach hundert Gramm “Schweizer