Der Turmbau von Babel

Wie wird die internationale Politik mit den Folgen fertig?

Diplomatische Beziehungen hat Deutschland zu praktisch allen, d. h. zu über 190 Staaten weltweit. In den allermeisten von ihnen ist es durch Botschaften vertreten. Spiegelbildlich haben die anderen Länder Botschaften und Konsulate in Deutschland. Auch Österreich und die Schweiz verfolgen ihre weltweiten Interessen durch eine derartige diplomatische Vernetzung. Das tun alle Staaten, von Afghanistan bis Zypern.

Doch ihre Interessen nehmen die Staaten nicht nur durch die Alltagsarbeit der Botschaften wahr, sondern auch in einer dichten Frequenz persönlicher Begegnungen zwischen den Politiker(innen) und ihren internationalen Kolleg(inn)en, oft “Reisediplomatie“ genannt, oder durch die Teilnahme an vielstaatlichen Konferenzen.

Denn zur Kommunikation zwischen zwei Staaten (“bi-lateral“) kommt das multilaterale Gespräch, besonders in den Vereinten Nationen (VN oder UNO), in der Europäischen Union (EU), in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und in vielen weiteren Zusammenschlüssen auf anderen Kontinenten.

Ob man sich bi- oder multilateral begegnet – fast immer müssen dabei sprachliche Gräben überbrückt werden. Das kann schwierig sein, denn es geht nicht einfach darum, an fremden Gestaden mit Hilfe des Reiseführers ein Bier zu bestellen oder „guten Morgen“ zu sagen, sondern man muss sich über Politik oder Handel verständigen, über Umweltschutz, Menschenrechte, Zölle, Abrüstung, Kulturaustausch oder die Bekämpfung der internationalen Kriminalität.

Das geht, bei uns und bei den anderen, nicht ohne die Hilfe professioneller “Sprachmittler“. Sie allein können ein einwandfreies gegenseitiges Verstehen auch bei schwierigen Themen gewährleisten.

1. Buch Mose, Kapitel 11

1. Buch Mose, Kapitel 11 1. Buch Mose, Kapitel 11

Keineswegs können sich nämlich, wie viele meinen, heute alle politisch Verantwortlichen weltweit untereinander mittels ihres Schul-Englisch über komplizierte Sachverhalte verständigen, und schon gar nicht in der von den Themen her gebotenen Präzision. Sie sind allemal auf professionelle Sprachmittler angewiesen.

Für die, also die beruflichen Übersetzer und Dolmetscher, genügt es nicht, neben der Muttersprache in einer anderen Sprache oder gar in mehreren sattelfest zu sein. Sie müssen auch die Technik des Übersetzens und des Dolmetschens erlernt haben.

Wie überall in der Welt, sind in Berlin, Bern und Wien die Außenministerien (in Deutschland das “Auswärtige Amt“, AA ) die Dreh- und Angelpunkte der internatonalen Beziehungen im Alltag und bei hohen Begegnungen besonderer Art. Die meisten Außenministerien haben deshalb einen Stab von Experten für die verantwortungsvolle Arbeit des mündlichen Dolmetschens und des schriftlichen Übersetzens.

Auswärtiges Amt in Berlin Österreichische Botschaft in Berlin Schweizer Botschaft in Berlin
Das “AA“ in Berlin Botschaft Österreichs, Berlin Schweizer Botschaft, Berlin

Im Berliner AA heißt die zuständige Arbeitseinheit “Sprachendienst“. Dessen Leiter, Herr Antonio Reda, hat freundlicherweise genehmigt, eine Darstellung dieses Sprachendienstes vom Netzauftritt des AAs (www.auswaertiges-amt.de) in das HDS zu übernehmen:

ROUTINE IST ES NIE

Wie arbeitet eine Dolmetscherin des Außenministers? Haben Dolmetscher Lampenfieber? Hilft es, zweisprachig aufgewachsen zu sein, wenn man Übersetzer werden will? Was tun, wenn der Minister einen Fehler macht? Der Sprachendienst des Auswärtigen Amts hat breit gefächerte Aufgaben – von denen Außenstehende oft wenig wissen.

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Wenn Frau M. morgens ihr Büro im Auswärtigen Amt aufschließt, ist oft nicht klar, was sie an diesem Tag erwartet. Zwar weiß sie, sie hat einen Dolmetsch-Termin: Der Außenminister empfängt einen ausländischen Kollegen, und die Themen des Gesprächs sind ihr ungefähr bekannt, denn sie hat die Geprächsunterlagen vorher durchgesehen. So konnte sie sich einige spezielle Fachausdrücke noch einmal ins Gedächtnis rufen, sich in ein neues Themenfeld einarbeiten.

Doch ob und in welcher Tiefe die beiden tatsächlich über Klimaschutzverhandlungen oder Details der Abrüstung sprechen, wird sich noch zeigen. Auch die Atmosphäre ergibt sich erst aus der Situation. Frau M. weiß, die beiden haben sich bereits ein paar Mal getroffen und kennen sich, haben aber nicht nur übereinstimmende Positionen in vielen Bereichen.

 

 

Dolmetscher und Übersetzer sind Sprachmittler. Ein Übersetzer überträgt einen schriftlichen Text von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache. Der Dolmetscher dagegen überträgt einen gesprochenen Text mündlich. “Dolmetscher“ ist übrigens eines der wenigen ungarischen Lehnwörter im Deutschen (tolmács).

DOLMETSCHER ALS VERMITTLER

Hauptaufgabe der Dolmetscherin in dem Gespräch ist es, zu vermitteln, Verständigung im wahrsten Sinne des Wortes herzustellen. Das bedeutet natürlich, nichts wegzulassen, nichts zu verändern. Es bedeutet aber auch, die Stimmung angemessen zu übertragen. Äußern Außenminister, Bundeskanzlerin oder Bundespräsident zum Beispiel ihr Missfallen gegenüber einem Gesprächspartner, so sollte dies im Idealfall auch in der Übertragung  in gleichem Maße zum Ausdruck kommen.”Wir sind im Prinzip wie Schauspieler,” sagt eine erfahrene Dolmetscherin. “Man muss auf die Bühne, und dann muss man eine gute Leistung abliefern – egal was passiert. Und ich merke, die Anspannung wird mit den Jahren nicht weniger.” Der Außenminister in Abu Dhabi
Im Fokus der Öffentlichkeit – und doch nicht: Außenminister Steinmeier spricht in Abu Dhabi mit Scheich Mohammed, rechts der Dolmetscher

Zum Thema ‘Korrigieren’: Fragt man Dolmetscher, ob sie wirklich nicht kleine Fehler der Sprechenden ‘ausbügeln’, so bekommt man eine klare Antwort. Im Prinzip wird übertragen, nicht korrigiert. Nur wenn man absolut sicher ist, dass es sich um einen Versprecher gehandelt hat, würde man das korrigieren. Da hilft es natürlich, wenn man denjenigen, für den man dolmetscht, schon länger kennt.

 


Der Sprachendienst des AAs begleitet den Außenminister, die Bundeskanzlerin und den Bundespräsidenten. Im AA arbeiten 4 Dolmetscher, 22 Übersetzer und 18 Personen, die beide Tätigkeiten ausüben. Sie decken die rund 15 Sprachen ab, in denen der Bedarf hoch ist. Bei allen anderen Sprachen werden freiberufliche Fachleute hinzugezogen. Darüber hinaus gibt es an fast allen Botschaften und Konsulaten Sprachmittler, die die täglichen Dolmetsch- und Übersetzungsaufgaben dort übernehmen. Auch hier ist der Sprachendienst an der Auswahl beteiligt. So bildet sich ein enges, weltweites Netzwerk.

DIE RICHTIGE EBENE TREFFEN

Diese Sorgen haben die Übersetzer nicht so sehr. Man sagt, es sei eine Typfrage, wer Übersetzer, wer Dolmetscher wird.

Die Übersetzer haben vielmehr die Herausforderung, dass sie auch schriftliche Texte, die nicht durch Mimik oder Gestik unterstützt werden, adäquat in die Zielsprache übersetzen müssen. Es soll die gleiche Ebene getroffen werden: So soll eine launige Rede im Englischen auch auf Deutsch nicht steif und langweilig wirken. Oft reicht es da eben nicht, nur die richtige Bedeutung der Worte zu kennen. Die Übersetzer müssen genau erspüren: Welche Wirkung erzeugt der Originaltext, mit welchen Mitteln kann man dies in der Zielsprache wiedergeben?

EXPERTEN FÜR FACHBEGRIFFE (“TERMINOLOGIE“)

Und wie geht man mit all den Fachbegriffen um? Wie kann man sicherstellen, dass ein Fachbegriff konsequent mit demselben Ausdruck übersetzt wird? Hier kommen die “Terminologen“ ins Spiel. Sie greifen den Übersetzern und Dolmetschern unter die Arme, indem sie tiefer gehende Nachforschungen anstellen.

Die Terminologen durchforsten amtliche Dokumente, kontaktieren Experten, schließen sich mit den Sprachendiensten anderer Ministerien kurz, stimmen sich mit Kollegen bei der EU und den VN ab. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass es für das AA eine amtliche englische Bezeichnung gibt (Federal Foreign Office) und dass die von Bolivien gewünschte Änderung seines Staatsnamens auch im Deutschen nachvollzogen wird (Plurinationaler Staat Bolivien). Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in terminologischen Datenbanken festgehalten, auf die auch ein Übersetzer am Generalkonsulat in St. Petersburg oder an der Botschaft in Peking zugreifen kann.

 


 


 

 

 

WIE EIN NEUER BEGRIFF GEPRÄGT WIRD

 

Aus einem Gipfeldokument der Gruppe der acht führenden Industriestaaten (“G8“) musste der Ausdruck “Global Impact and Vulnerability Alert System” ins Deutsche übertragen werden. Da aus dem Kontext die exakte Bedeutung nicht ersichtlich war, bedurfte es gründlicher Recherchen. Der Fachbereich Terminologie informierte sich über den Inhalt dieses geplanten und von den VN einzuführenden Systems: Es soll rechtzeitig warnen, wenn durch Wirtschaftskrisen, Nahrungsmittelknappheit oder dergleichen die Ärmsten der Armen besonders hart getroffen werden.

Das sprachliche Problem für die Übersetzung war in diesem Fall, dass im Englischen “Impact” und “Vulnerability” allein stehen und der Leser nicht ohne Weiteres weiß, worauf sie sich beziehen. Eine originalgetreue Übersetzung hätte im Deutschen den wenig aussagekräftigen Begriff “Globales Warnsystem der Vereinten Nationen für Auswirkungen und Anfälligkeit” ergeben. Die Übersetzer des AAs erwogen deshalb den Zusatz von “Krise” im Deutschen, obwohl dies über eine wörtliche Übersetzung des Englischen hinausgeht. Diese Entscheidung wurde nicht ohne Rücksprache mit dem Deutschen Übersetzungsdienst der VN in New York getroffen. Der prägt in der Regel VN-relevante Begriffe, und mit ihm stimmt sich das Auswärtige Amt in einem solchen Fall ab. Nach intensiver Zusammenarbeit war schließlich der offizielle deutsche Begriff geboren: “Globales Warnsystem der Vereinten Nationen für Krisenfolgen und Anfälligkeit”.

 

INTERNATIONALE VERTRÄGE

Der Übersetzungsdienst für völkerrechtliche Übereinkünfte, also für rechtlich bindende internationale Verträge, ist ein spezialisierter Teil des Sprachendienstes. Er hat innerhalb der Bundesregierung die Aufgabe, für eine einheitliche Ausdrucksweise in deutschen Vertragstexten zu sorgen.

Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. 12. 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ([Deutsches] Bundesgesetzblatt 31.12.2008):

Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
Convention on the Rights of Persons with Disabilities
Convention relative aux droits des personnes handicapées

[…]

Article 50

Authentic texts
The Arabic, Chinese, English, French, Russian and Spanish texts of the present Convention shall be equally authentic. Article 50

Textes faisant foi
Les textes anglais, arabe, chinois, espagnol, français et russe de la présente Convention font également foi.

Artikel 50

Verbindliche Wortlaute
Der arabische, der chinesische, der englische, der französische, der russische und der spanische Wortlaut dieses Übereinkommens sind gleichermaßen verbindlich.

 

ZWEISPRACHIGKEIT?

Man muss nicht zweisprachig aufgewachsen sein, um Übersetzer oder Dolmetscher zu werden. Im Gegenteil, Menschen, die mit mehreren Sprachen gleichzeitig aufgewachsen sind, fällt es oft schwer, in einer Sprache so tief verwurzelt zu sein, dass sie ohne Weiteres jede Nuance wahrnehmen. Denn das ist nötig, um auch alle Feinheiten zu übertragen. Bevorzugt übersetzen die Fachleute daher auch immer aus der fremden in ihre Muttersprache.

SPUREN DES KALTEN KRIEGES

Anders die Dolmetscher. Hier hat der Kalte Krieg noch seine Spuren hinterlassen. Weil man der Gegenseite nicht völlig vertraute, war der eigene Dolmetscher eine Vertrauensperson. Man legte also Wert darauf, dass er das, was man selbst sagte, in die Fremdsprache überträgt. Der deutsche Dolmetscher übersetzte also ins Englische. Obwohl die politischen Umstände sich geändert haben, ist diese Tradition geblieben. Zumindest im Englischen.

Dolmetscherkabine in BrüsselEs gibt zwei verschiedene Arten des Dolmetschens: “Konsekutiv“:
Der Redner spricht ein paar Sätze und macht dann eine Pause.
Die Dolmetscherin hat zugehört, sich Notizen gemacht
und wiederholt dann das Gesagte in der Zielsprache.
Anschließend ist wieder der Redner dran. Und so fort.

 „Simultan“, für Laien ein Wunder: Der Dolmetscher überträgt,
während der Redende ohne Pause weiterspricht.
Das bedeutet: Während der Dolmetscher spricht,
hört er (mit der anderen Hälfte seines Hirns?) dem Sprechenden zu, der schön längst  weiterredet, und dolmetscht auch das wieder.
In anderen Worten, er hört einen anderen Text als den,
den er gerade überträgt. Dass das eine extrem hohe Konzentration und ein besonderes Hirn-Training erfordert, liegt auf der Hand.
Und extrem ermüdend ist es auch.

(Manche Politiker bevorzugen das konsekutive Dolmetschen,
weil sie, während übertragen wird, Zeit haben,
sich ihren nächsten Satz zurechtzulegen.)

Eine simultane Dolmetschung ist nur dann möglich,
wenn sie entweder über Kopfhörer und Mikrophon
in einer schalldichten Dolmetscher-Kabine läuft oder
wenn die Dolmetscherin ganz dicht „am Mann“ sitzt
und ihm quasi ins Ohr flüstern kann. Andernfalls entstünde ein heilloses Stimmengewirr, d. h. O-Ton und Zielsprache kämen sich wegen ihrer Gleichzeitigkeit akustisch dauernd  in die Quere.

Internationale Telephongespräche kann man heute
technisch problemlos mit Hilfe einer mehrfachen Linienschaltung
konsekutiv dolmetschen.  [HDS]  

 

DIE KONDITION

Wie lange kann man die anstrengende Arbeit als Dolmetscher durchhalten? Die Regel ist: Beim Simultandolmetschen nicht mehr als 30 Minuten am Stück. Wird konsekutiv gedolmetscht, kommt es darauf an, wie oft man zum Einsatz kommt und ob in beide Richtungen gedolmetscht werden muss. Meist stellt die Partnerseite auch einen Dolmetscher. Dann spricht man sich ab, wer was und wie viel übernimmt.

Es ist wichtig, diese Standards einzuhalten. Nicht muss gleich etwas schiefgehen. Doch man hat schon gehört, dass erschöpfte Dolmetscher vom Französischen ins Französische übertragen haben, weil das Gehirn den Unterschied nicht mehr wahrnehmen konnte. Sicher ist: Nur wenn die bewährten Standards dieses Berufs eingehalten werden, können die Experten professionell arbeiten und das Niveau erhalten – und das liegt ja auch im Interesse der Politiker, die mit Hilfe ihrer Sprachmittler(innen) kommunizieren.

DIE SPRACHKENNTNISSE DER „ANDEREN“ IM AA

Wer aus der alljährlich großen Zahl von Bewerber(inne)n in den diplomatischen Dienst aufgenommen werden möchte, muss neben manchen anderen Fähigkeiten gute, dienstlich einsetzbare Sprachkenntnisse im Englischen und Französischen mitbringen. Weitere Sprachen zu können, ist natürlich ein Vorteil. Auch wenn es in fast allen Botschaften und Konsulaten hauptamtliche Sprachmittler gibt, erleichtert es die Alltagsarbeit, wenn man die
Landessprache – und sei sie auch noch so schwierig – beherrscht oder zumindest Grundkenntnisse hat. Auch hier hat der Sprachendienst eine Aufgabe: [HDS]

Weiterer Teil des Sprachendienstes ist das Sprachlernzentrum. Es widmet sich der Sprachaus- und -fortbildung von Angehörigen des Auswärtigen Amts zur Vorbereitung auf Versetzungen ins Ausland. Neben der Abnahme von Sprachprüfungen werden hier Unterrichtsmaßnahmen in bis zu 70 Fremdsprachen […] geplant, koordiniert und didaktisch betreut.

Franziska Hagedorn

 

Emil Krebs

Unter dieser Kappe steckte viel.

 

Der Sprachendienst des AAs verfügt über so manche außergewöhnliche sprachliche Begabung. Emil Krebs, der bis zu seinem Tod im Jahr 1930 im AA arbeitete, hält jedoch alle Rekorde: Im Laufe seines Lebens erlernte er 68 Sprachen. 25 Jahre war er als Diplomat und Dolmetscher in China auf Posten, dann für mehr als 10 Jahre in Berlin, wo er unter anderem Japanisch, Finnisch, Chinesisch und Arabisch übersetzte.

Auf die Frage “Welche

EIGENSCHAFTEN UND FÄHIGKEITEN

sollten Bewerber für den Beruf eines professionellen Sprachmittlers mitbringen?“ antwortete Antonio Reda, derzeit Leiter des AA-Sprachendienstes, in einem Interview:

“Wir erheben den Anspruch, nur die Besten der Besten einzustellen. [Das beginnt mit der Bewerbung:] Neben den üblichen Kriterien spielt die sprachliche Qualität der Bewerbung in diesen Berufen eine zentrale Rolle. Unklare Formulierungen, Fehler in der Interpunktion oder gar in der Orthografie führen dazu, dass die Bewerbung keine Berücksichtigung findet.

[Positiv gefordert sind]

– Hervorragende Beherrschung aller Ausdrucksregister der Muttersprache:
– Sichere aktive Beherrschung der ersten Fremdsprache
– Sichere passive Beherrschung der zweiten Fremdsprache
– Intellektuelle Neugier
– Interesse an politischen Zusammenhängen
– Fundierte Allgemeinbildung
– Belastbarkeit
– Verschwiegenheit

Bei Dolmetschern zusätzlich:

– Gewandtes Auftreten
– Gute körperliche Verfassung.“

„WELCHE FREMDEN SPRACHEN

werden heute in erster Linie gebraucht?“

Antonio Reda: “Bei Übersetzern vor allem Englisch mit deutlichem Abstand vor Französisch (jeweils als Muttersprache oder erste Fremdsprache), gefolgt von Spanisch, Russisch und einer Reihe weiterer Sprachen wie Polnisch, Arabisch, Portugiesisch oder Italienisch. Tendenz bei Englisch deutlich steigend.

Bei Dolmetschern liegt Englisch deutlich vor Französisch und Russisch (diese Sprachen sind seit Jahren nahezu gleichrangig), gefolgt von Chinesisch, Arabisch, Spanisch und einer Reihe weiterer Sprachen. Auch hier ist die Tendenz bei Englisch deutlich steigend, ebenso bei Arabisch und Chinesisch.”